Waltraud Joa
Beauftragte des Landkreises Ostallgäu für Menschen mit Handicap
 Telefon: +49 (0) 8342 - 42945

Netzwerk Allgäu 2007

Leitet Herunterladen der Datei einVeranstaltung am 15. November 2007

Netzwerkfachtagung 2007 im Landratsamt Marktoberdorf

Leitet Herunterladen der Datei einDas Referat von Herrn Böhringer

Leitet Herunterladen der Datei einDas Referat von Frau Roßmann


Pressebericht der Allgäuer Zeitung:

Barrierefrei für für Rollstuhlfahrer: lebensgefährlich für Blinde

Fachtagung Netzwerk Allgäu informiert im Landratsamt Ostallgäu über behindertengerechtes Bauen in Kommunen

Marktoberdorf/Allgäu l sem l „Was für Rollstuhlfahrer Barrierefreiheit bedeutet, kann für Blinden lebensgefährlich sein", sagte Dietmar Böhringer, Diplom-Pädagoge und Experte für Leitlinien im Straßenverkehr, bei der Fachtagung Netzwerk Allgäu im Landratsamt Ostallgäu in Marktoberdorf. Denn während für Rollstuhlfahrer auf Null abgesenkte Bordsteinkanten die optimalste Lösung darstellten, brauchten Blinde gewisse Erhebungen, um sich gefahrlos zurechtzufinden. Thema der Tagung war die zukunftsweisende Gestaltung öffentlicher Wege, Straßen und Plätze für alle.

Sie richtete sich hauptsächlich an Planer und Entscheidungsträger aus dem Allgäu. Eingeladen waren aber auch die Behindertenbeauftragten aus den am Netzwerk beteiligten Landkreisen Ost-, Ober- und Unterallgäu sowie Lindau und den Städten Memmingen, Kempten und Kaufbeuren. Jährlich einmal organisiert das seit 2000 bestehende Netzwerk eine solche Fachtagung, sagte Waltraud Joa, Behindertenbeauftragte im Ostallgäu und Organisatorin der diesjährigen Veranstaltung.

Die Verantwortlichen versuchten auf vielen Ebenen eine barrierefreie Umwelt zu schaffen, hob der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut bei seiner Begrüßung hervor. Dabei müssen nicht nur wichtige Gebäude barrierefrei erreichbar sein, sondern die Mobilität insgesamt gesehen werden. Der Landkreis habe hier in Joa eine kompetente Beraterin. Am Beispiel der Städte Mainz und Stuttgart zeigte Dietmar Böhringer Stärken und Schwächen verschiedener Varianten behindertengerechter Verkehrsräume und Fußgängerzonen auf. Er appellierte an die Planer, öffentliche Räume so zu gestalten, dass sie ohne besondere Erschwernis und fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind - sowohl für Rollstuhl- und Rollatornutzer als auch Blinde. Aus Sicherheitsgründen für Menschen mit Handicap sollten Geh- und Radwege wieder getrennt angelegt werden, schlug Josef Maurus vom ADAC Bayern vor. Außerdem habe die Praxis gezeigt, dass Radwege wieder auf der Straßenfläche angelegt werden sollten. Dann würden Radfahrer vom Kraftfahrzeugverkehr beim Abbiegen nicht so leicht übersehen.

Wolfgang Hasch Geschäftsführer der Firma Profilbeton, informierte über den Kasseler Querungsbord (Bordstein mit Abschlusshöhe von nur drei Zentimetern) und den Sonderbord (gekrümmter Bordstein mit rutschfester Oberfläche, der das Einsteigen zum Beispiel in Busse erleichtert) Leitende Baudirektorin Angela Rossmann von der Regierung vo Schwaben erläuterte die Fördermöglichkeiten solcher Anlagen.