Waltraud Joa
Beauftragte des Landkreises Ostallgäu für Menschen mit Handicap
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„Soziales Engagement, das heraussticht"

Auszeichnung Kraftisrieder Firma Hippold erhält den Preis „Behindertenfreundlicher Arbeitgeber"

Kraftisried/Obergünzburg l bkl  „Eine Firma zu ehren, die durch ihr soziales Engagement heraussticht, macht mir besonders viel Freude", sagte Christa Prinzessin von Thurn und Taxis bei einer Feierstunde für die Kraftisrieder Firma Hippold Metallwaren-Herstellung. Dabei sparte die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes nicht mit Lob und Anerkennung für das Familienunternehmen, das als „Behindertenfreundlicher Arbeitgeber 2007" ausgezeichnet wurde. Dieser schwäbische Preis wird einmal im Jahr vom Integrationsamt des Zentrums Bayern, Familie und Soziales, Region Schwaben, verliehen.
Zahlreiche Gäste waren in den „Goldenen Hirsch" nach Obergünzburg gekommen, um die Feier mitzuerleben. Neben Vertretern von Wirtschaft und Politik waren viele Mitarbeiter des Kraftisrieder Unternehmens dabei. Besonderen Gefallen fand bei den Gästen die Umrahmung durch das Ensemble „Blinde Musiker München".
Die Firma Hippold beschäftigt bei einer Stammbesetzung von 100 Mitarbeitern sieben Schwerbehinderte. Mit einer Behinderten-Quote von sieben Prozent liegt sie über dem, was der Gesetzgeber mit fünf Prozent fordert. Der bayerische Schnitt, so betonte die BRK-Präsidentin, liege nur bei 3,8 Prozent.
„Was die Firma Hippold als selbstverständlich ansieht, verdient höchsten Respekt. Denn sie schafft es, die Schwachen in unserer Gesellschaft mitzunehmen auf ihrem Weg zum Erfolg", hob die Prinzessin in ihrer Laudatio hervor. Mit dieser Einstellung sei das Unternehmen ein wichtiges Vorbild für andere. „Sie sagen: Behinderte Menschen haben auch ein Recht auf Arbeit. Damit tragen Sie dazu bei, dass sich diese Menschen wertvoll fühlen."
Landrat Johann Fleschhut bezeichnete die hohe Behinderten-Quote des Unternehmens als „leuchtendes Beispiel" für die Region, das Schule machen sollte. In zu vielen Fällen würden Ausgleichszahlungen herangezogen. „Wir brauchen den Mut, neue Brücken zu bauen und als Arbeitgeber neue Wege zu gehen." Auch Johann Hartmann, Bürgermeister von Kraftisried, hob die vorbildliche Einstellung hervor. Den Preis habe die Familie Hippold verdient, „weil ihr die Menschen im Betrieb wichtig sind und sie sich um ihr Wohlergehen kümmert".

1947 in Kraftisried gegründet

Katharina Wiedemann, Vorsitzende des Industrie- und Handelsgremiums Kaufbeuren und Ostallgäu, schilderte den Gästen die Entwicklung der Firma Hippold, die 1947 in Kraftisried gegründet wurde und seitdem stetig gewachsen ist. Im Hinblick auf die Auszeichnung sagte Wiedemann: „Die Firma Hippold zeigt, dass soziales Engagement und unternehmerischer Erfolg keine Gegensätze sind."
Geschäftsführer Hans-Peter Hippold war sichtlich stolz über die Auszeichnung. Er sehe den Preis als Anerkennung und Bestätigung für alle Betriebsangehörigen, betonte der 51-Jährige. Im Betrieb versuche man, die Fähigkeiten der Behinderten auszuloten und den Anforderungen anzupassen. „Das erfordert ein hohes Maß an Rücksichtnahme und Flexibilität."

Positive Einstellung spürbar

Die Erfahrungen, die er und der Senior-Chef Richard Hippold (79) mit behinderten Mitarbeitern gemacht haben, seien überwiegend positiv. „Man spürt die positive Einstellung der Betroffenen zu ihrer Arbeit und zu unserer Firma." Bei gutem Willen aller Beteiligten sei die Eingliederung von behinderten Menschen am Arbeitsplatz durchaus möglich. „Auch wenn es nicht immer der einfache Weg ist."