Waltraud Joa
Beauftragte des Landkreises Ostallgäu für Menschen mit Handicap
 Telefon: +49 (0) 8342 - 42945

Einladung der Gemeinde Jengen zum Vortragsabend am 27.04.2006

Gemeinde Jengen

Maria Haußer - Behindertenbeauftragte


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden Sie als Behindertenbeauftragte (r) zu folgendem Vortragsabend sehr herzlich ein.

„Wohnen zu Hause im Alter und bei Behinderung“
am Donnerstag, 27.04.2006 um 20.00 Uhr in der Grundschule Jengen

Die Bevölkerungsstruktur der Bundesrepublik wird sich in den kommenden Jahren in Richtung auf einen zunehmenden Anteil alter Menschen verändern. Damit wird das Problem der Wohnsituation im Alter zu einem wichtigen Aufgabenfeld.

Welche Voraussetzungen sind es aber, die alten Menschen eine selbständige Lebensführung in der eigenen Wohnung ermöglichen?

  • DIN - Normen für barrierefreies Bauen
  • Wohnraumanpassungsmöglichkeiten
  • Finanzierungsmöglichkeiten

Referentinnen:

Waltraud Joa, Behindertenbeauftragte des Landkreises Ostallgäu

Renate Dantinger, Dipl.Soz.päd (FH) BRK-Offene Behindertenarbeit

gez. Maria Haußer


Zeitungsartikel über den Vortragsabend in Jengen

Schon früh für Pflegebedarf vorsorgen

Vortragsabend in Jengener Grundschule zum Thema „Wohnen im Alter und bei Behinderung”

Jengen (jus).
„Man ist nie gefeit vor einer Behinderung und älter werden wir auch alle”, so Maria Haußer, Behindertenbeauftragte der Gemeinde Jengen. Um die beiden Themen Behinderung und altersbedingte Einschränkungen wieder verstärkt ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, lud sie deshalb die Behindertenbeauftragte des Landkreises Ostallgäu, Waltraud Joa, und Renate Dantinger von der Offenen Behindertenarbeit des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) zu einem Vortragsabend in die Jengener Grundschule ein.

Joa referierte über einen wichtigen Bereich innerhalb der Behindertenarbeit: das barrierefreie Bauen. „Die Menschen möchten trotz ihrer Behinderung so selbstständig und unabhängig wie möglich leben.” Dazu gehöre, sich in der eigenen Wohnung so gut es geht ohne fremde Hilfe zurecht zu finden. Joa nannte auch einige Beispiele: „Schwellen sind kleine Barrieren. Diese muss man beseitigen.” Oft stünden im Flur zu viele Möbel. Dabei brauche man gerade dort viel Platz, um sich bequem an- und ausziehen zu können. Ein weiterer Punkt seien breite Türen, durch die Rollstuhlfahrer problemlos fahren könnten.

„Miserable Toilettensituation”

„Ein nichtbehinderter Mensch kennt unsere Probleme oft nicht”, betonte Joa, die selbst im Rollstuhl sitzt. Sie wies auch auf die ihrer Meinung nach „meist miserable Toilettensituation” in Gasthäusern hin. „Es muss noch viel getan werden, damit wir möglichst selbstständig am öffentlichen Leben teilnehmen können”, so die Ostallgäuer Behindertenbeauftragte. In ihren Ausführungen ging sie auch kurz auf das Bundesgleichstellungsgesetz für behinderte Menschen ein, das am 1. Mai 2002 in Kraft getreten ist: „Seitdem hat sich zwar einiges verbessert, wir müssen die Leute aber weiterhin sensibilisieren.”

Verschiedene Möglichkeiten einer Wohnungsanpassung für ältere und behinderte Menschen zeigte Renate Dantinger noch einmal detaillierter auf: „Das beginnt schon beim Hauseingang, der gut beleuchtet sein muss.” Wenn möglich, sollte sich innerhalb der Wohnung alles auf einer Ebene abspielen, denn: „Treppen sind Hindernisse.” Auch rutschfeste Materialien seien vor allem für gehbehinderte Menschen von Vorteil. Wichtig sei zudem die Errichtung eines Hausnotrufes, mit dem die Betroffenen beispielsweise nach einem Sturz um Hilfe rufen können. Dantinger verdeutlichte ihre Ausführungen mit Bilder und gab Tipps zur Finanzierung von Umbaumaßnahmen.

Wandelnde Bevölkerungsstruktur

Joa wies auf die sich wandelnde Bevölkerungsstruktur hin. Ganz allgemein könne man bei der Pflege von Angehörigen viele Dinge schon im Vorfeld regeln. Die rund 40 Zuhörer, die zu der Veranstaltung in die Jengener Grundschule gekommen waren nutzten die Gelegenheit, um im Anschluss mit den beiden Expertinnen über verschiedene Problemfelder zu diskutieren.

Begeistert von dem Vortragsabend zeigte sich der Behindertenbeauftragte von Germaringen, Thomas Reischl, der ebenfalls selbst im Rollstuhl sitzt: „Der Abend war sehr informativ.” Auch Initiatorin Maria Haußer äußerte sich zufrieden: „Eine frühe und umfassende Beratung ist sehr wichtig, denn wenn man plötzlich betroffen ist, überfordert einen die Situation.”