Als Behindertenbeauftragte verstehe ich mich als Ansprechpartnerin und Mittlerin zwischen den Interessen behinderter Menschen, den Behindertenverbänden und -organisationen, den Rehabilitationsträgern, der öffentlichen Verwaltung und der Politik.
Ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist vor allen darauf gerichtet, dass der Lebensraum behinderter Menschen barrierefrei gestaltet wird.
Denn jeder Mensch hat den Wunsch, ein möglichst eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Selbstständigkeit bedeutet Lebensqualität, und Lebensqualität ist ein zentraler Faktor für die Zufriedenheit und auch für die Leistungsfähigkeit eines Jeden.
Neben meinen monatlichen Sprechstunden im Landratsamt und den telefonischen Kontakten, bei denen ich Einzelpersonen berate und weitervermittle, stelle ich Ihnen hier noch Beispiele meiner vielschichtigen Tätigkeiten vor:
Begehungen:
Die Barrierefreiheit ist Grundvoraussetzung für eine zukunftsweisende Infrastruktur. Deshalb fragen immer mehr Kommunen, Unternehmen aus dem Tourismus sowie Privatpersonen bezüglich einer Beratung bei mir an. So konnte ich z.B. bei Schulen, Kindergärten, Seniorenheime, Hotels, Ferienwohnungen, Wanderwege und andere Freizeitangebote über bauliche Bestimmungen, Richtlinien und evtl. Fördermöglichkeiten aufklären, sowie über die praktische Umsetzung beraten.
Stellungnahmen:
Bei öffentlichen, geförderten Baumaßnahmen, z.B. Bau einer Straße, Geh- und Radweg, Bushaltestelle, öffentliche Gebäude, wird in der Regel von der Regierung von Schwaben eine Stellungnahme von mir als kommunale Behindertenbeauftragte angefordert.
Ich prüfe dabei die Planungsunterlagen auf Barrierefreiheit, spreche ggfls. mit den Planern und gebe dann meine Zustimmung oder mache meine Verbesserungsvorschläge.
Projekt „Allgäu barrierefrei“
Aus dem Netzwerk- Allgäu-Projekt entstand die neue Projektidee „Ostallgäu barrierefrei“. Hierbei werden als ersten Schritt Rad- und Wanderwege und die Freizeitangebote entlang der Routen auf ihre Barrierefreiheit nach festgelegten Kriterien überprüft und als Leader-Plus-Projekt vorgeschlagen. Dies würde den barrierefreien Tourismus im Ostallgäu wieder einen Schritt voranbringen.
Netzwerk Allgäu
Das Netzwerk Allgäu ist der Zusammenschluss aller Behindertenbeauftragten und Behindertenbeiräte im Allgäu seit dem Jahr 2000. Wir veranstalten jährlich eine Fachtagung zu aktuellen Themen. In diesem Jahr fand die Tagung zum Thema: „ Zukunftsweisende Gestaltung öffentlicher Wege, Straßen und Plätze für alle“ im Landratsamt Marktoberdorf statt. Dazu waren die Behindertenbeauftragten aus den Gemeinden, Architekten, Planer, sowie Kommunalpolitiker eingeladen.

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Mit der behindertengerechten Ausgestaltung von Straßen und Plätzen befasste sich das Netzwerk Allgäu bei seiner Tagung in Marktoberdorf
Im Rahmen des Netzwerkes durfte ich das Netzwerk Arbeit Ostallgäu im Bayerischen Staatsministerium vorstellen.
Barrierefreie Bahn und Nahverkehr
Als Behindertenbeauftragte erachte ich es für wichtig, mich für eine barrierefreie Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs einzusetzen, z.B. bei der Ausarbeitung des neuen Nahverkehrsplanes für den Landkreis Ostallgäu.
Im Zuge des Neubaus des Bahnhofes Füssen wurde ich zur Beratung mit einbezogen.
Für den Zugang zu den Gleisen am Bahnhof Marktoberdorf ist leider in nächster Zukunft – trotz meiner Bemühungen – keine Barrierefreiheit zu erreichen.
Landesbehindertenrat
Seit ca. 2 Jahren bin ich Mitglied im Bayerischen Landesbehindertenrat, deren Vorsitz Frau Ministerin Christa Stewens inne hat. Hier kann ich mich auch auf Landesebene für die Belange von Menschen mit Behinderungen einsetzen.
VkIB e.V. (Vereinigung kommunaler Interessenvertreter für Menschen mit Behinderung in Bayern)
Als stv. Landesvorsitzende und Mitglied in den Fachbereichen Arbeit, barrierefreier Tourismus und Bauen versuche ich mit Einfluss zu nehmen auf neue Regelungen und Gesetze. Hier erfolgt auch eine Zusammenarbeit u.a. mit der Bayerischen Architektenkammer, dem Bayerischen Blindenbund sowie der Landesbehindertenbeauftragten der Bayer. Staatsregierung.
Im Rahmen dessen organisierte ich eine bayernweite Fachtagung zum Thema „Novellierung d. Bayer. Behindertengleichstellungsgesetzes“. Das bestehende Gleichstellungsgesetz hat sich bewährt, aber nichts ist so gut, dass es nicht noch verbessert werden könnte.
In Zusammenarbeit mit der Offenen Behindertenarbeit Ostallgäu beteiligten wir uns bei der VkIB-Sternfahrt nach München mit einem Protestmarsch zum Marienplatz.

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Am 5. mai, dem Europäischen Protesttag der Menschen mit Behinderungen organisierten die Behindertenbeauftragte des Landkreises Ostallgäu, Waltraud Joa, und die Arbeitsgemeinschaft Offene Behindertenarbeit, die Teilnahme an der VkIB-Sternfahrt mit der Bahn nach München. Auf dem Hauptbahnhof in München vereinigten sich die Teilnehmer aus Kaufbeuren und dem Ostallgäu mit Gruppen aus ganz Bayern. In einem imposanten Protestzug zum Marienplatz wurde die barrierefreie Gestaltung der Bahnhöfe gefordert.
1. Treffen der Behindertenbeauftragten mit ihrem Vertreter des Bezirks Schwaben
Hier diskutierten wir über die Auswirkungen der Verlagerung der Zuständigkeit bei der ambulanten Eingliederungshilfe zu den Bezirken ab dem 01.01.2008 und das „Persönliches Budget“. Regelmäßige Sitzungen wurden vereinbart.

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v.l.n.r. Anton Ziegler, Behindertenbeauftragter Landkreis Lindau, Maximilian Monzer, stellvertretender Leiter der Sozialverwaltung des Bezirks Schwaben, Klaus Felchner, Behindertenbeauftragter Stadt Kaufbeuren, Reinhold Sager, Behindertenbeauftragter Landkreis Dillingen, Petra Wengert, Behindertenbeauftragte Landkreis Donau-Ries, Getrud Bösl, Sozialverwaltung Bezirk Schwaben, Burkhard Ermler, Behindertenbeauftragter Landkreis Neu-Ulm, Wolfgang Bähner, Behindertenbeauftragter des Bezirks Schwaben
vorne: Waltraud Joa, Behindertenbeauftragte Landkreis Ostallgäu, Josef Koppold, Behindertenbeauftragter Landkreis Aichach-Friedberg.
Messe „Rehacare“ in Düsseldorf
Auf der Fachmesse informierte ich mich über die neuesten technischen Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation von Menschen mit Behinderungen. Dort besuchte ich auch verschiedene Vorträge und Workshops, um Ideen für Projekte ins Ostallgäu mitzunehmen.
An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung.